Michael Leutert - Für Chemnitz im Deutschen Bundestag
Jahrgang 1974
Dipl.-Soziologe
seit 2005 MdB
Seit 2005 bin ich Mitglied des Deutschen Bundestages, wo ich für DIE LINKE im Menschenrechtsausschuss und im Haushaltsausschuss sitze. Als Sprecher für Menschenrechtspolitik bildet die Beteiligung der Bundesrepublik an dem Krieg in Afghanistan und dem „Krieg gegen den Terror“ der Amerikaner einen wichtigen Schwerpunkt meiner Arbeit. Gerade am Beispiel von Folter und Entrechtung im US-Gefangenenlager Guantanamo habe ich für DIE LINKE der Bundesregierung immer wieder die Doppelzüngigkeit ihrer Menschenrechtspolitik nachgewiesen. Aber Menschenrechtspolitik umfasst bei weitem nicht nur individuelle Freiheitsrechte. Immer mehr Menschen in der Bundesrepublik werden daran gehindert ihre wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte wahrzunehmen. So leben in Chemnitz ein Drittel aller Kinder und rund zwei Drittel der Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern von Hartz IV. In einer Gesellschaft, die so mit ihren Schwächsten umgeht, läuft etwas schief. Als Haushaltspolitiker habe ich, wie DIE LINKE insgesamt, die Umverteilung von unten nach oben konkret kritisiert und Gegenkonzepte entwickelt. Nachdem uns die neoliberale Wirtschaftspolitik in diese Krise geführt hat, ist es um so mehr unsere Aufgabe als LINKE, Alternativen zur Regierungspolitik zu entwickeln, damit nicht wieder die normalen Menschen die Zeche zahlen. Wir brauchen endlich einen Schutzschirm für die Menschen. Die Krise wird leider nicht mit der Bundestagswahl erledigt sein. Gerade im Haushaltsbereich möchte ich deshalb meine seit 2005 erworbenen Kompetenzen für eine sozial gerechte Politik einbringen. Als Bundestagsabgeordneter muss man Teil des gesellschaftlichen Lebens sein. Weil ich weiß, dass das Durchschnittseinkommen in Chemnitz unter 1000 Euro liegt, weiß ich, dass die Steuersenkungen der Regierung im Konjunkturpaket II den meisten Menschen hier wie in ganz Ostdeutschland nichts oder fast nichts bringen. Und weil Arbeitslosigkeit für mich mehr als eine Statistik ist, weiß ich, was die steigenden Kurzarbeiter- und Arbeitslosenzahlen für jede und jeden hier in Chemnitz bedeuten. Als einziger jüngerer ostdeutscher Bundestagsabgeordneter der LINKEN möchte ich diese ostdeutsche Perspektive weiter in den Bundestag einbringen und Chemnitzer Interessen vertreten.
Politische Ziele
Solange ich denken kann, hat mich soziale Ungerechtigkeit nicht kalt gelassen. Für eine gerechtere Welt zu kämpfen war der Hauptgrund, mich der PDS 1991 anzuschließen. Dazu kamen weitere Gründe, vor allem der konsequente Antifaschismus. In meinem Landesverband Sachsen habe ich bereits als Jugendlicher Gleichgesinnte getroffen, die gemeinsam was bewegen wollten. Mittlerweile hat sich vieles verändert - aktives Mitglied in der LINKEN bin ich immer noch mit voller Überzeugung.
Lebenslauf
- Hier findest Du Angaben zu meinem Werdegang. Ich habe nicht deren Vollständigkeit in den Mittelpunkt gestellt, sondern versucht darzustellen, warum ich der geworden bin, der ich bin, und damit auch, warum ich für DIE LINKE im Bundestag sitze.
- Geboren bin ich 1974 im sächsischen Schlema, einer Stadt im Erzgebirge. Aufgewachsen bin ich aber vor allem in Mittweida. Ich bin eine Art ‚Arbeiter-und-Bauern-Kind’ der zweiten Generation, denn meine Mutter kommt aus einer Arbeiterfamilie mit KPD-Hintergrund, mein Vater aus einer eher konservativen Bauernfamilie. Politik war in meiner Familie immer ein Thema und damit auch für mich.
- Mein besonderes Interesse galt schon früh der NS-Zeit und dem Widerstand. Bücher zu dem Thema habe ich geradezu verschlungen. Wenn ich zurückschaue, erkenne ich hier wichtige Prägungen für mich; gerade für mein Engagement gegen die neuen Nazis nach der Wende. Ich bin einfach überzeugt, dass sich die faschistische Zeit nie wiederholen darf.
- Als die Mauer fiel, war ich 15 Jahre alt und der Meinung, dass die DDR der bessere deutsche Staat ist. Meinen politischen Horizont habe ich dann schnell erweitert. Ich fühlte mich verpflichtet, mich politisch zu engagieren. Meine Freunde und ich gingen auch zur Kirche, schauten uns alles an. Wir lasen die Flugblätter der anderen Parteien, des Neuen Forums, des Demokratischen Aufbruchs und sogar der CDU. Es war rückblickend eine sehr offene und interessante Zeit. Für mich war aber immer klar, dass ich politisch links stehe und mich für einen wirklich demokratischen Sozialismus engagieren will. Deshalb bin ich 1991 in die PDS, jetzt LINKE eingetreten. Ich war und bin auf der Suche nach einer Gesellschaftsform, die individuelle Freiheit ermöglicht und gerade als deren Voraussetzung sozial gerecht ist. Zu einer solchen Gesellschaft möchte ich meinen Teil beitragen.
- In Mittweida haben wir einen Jugendverein gegründet. Wäre der damalige CDU-Bürgermeister nicht gewesen, ich wäre nicht das geworden, was ich heute bin. Um unsere Projekte wie das Jugendhaus, Konzerte, Filmvorführungen an Schulen oder autofreie Sonntage gegen seinen vehementen Widerstand durchsetzen zu können, habe ich das Einmaleins der politischen Arbeit gelernt. Mit der Zeit wurde dadurch auch der Kontakt zur Landesebene der PDS intensiver und ich habe mich immer stärker engagiert. 1998 habe ich als Landesjugendkoordinator die Jugendwahlkämpfe in Sachsen zu den Kommunal-, Europa-, Landtags- und Bundestagswahlen organisiert, 1999 wurde ich stellvertretender Landesvorsitzender der PDS in Sachsen und blieb es bis 2005. Im selben Jahr bin ich über die Landesliste Sachsen der LINKEN in den Deutschen Bundestag eingezogen. In der Fraktion bin ich Sprecher für Menschenrechte und sitze im Haushaltsausschuss. Außerdem bin ich Sprecher der Landesgruppe Sachsen der Linksfraktion und über diese Funktion auch politisch in Sachsen aktiv. In Chemnitz habe ich meinen Wahlkreis. Hier lebe ich, hier bin ich politisch engagiert.
- Zwei weitere prägende Kapitel in meinem Leben bilden mein Studium und meine Reisen: Ich ging nach Chemnitz, um Soziologie zu studieren und letztlich zu verstehen, wie Gesellschaften funktionieren bzw. wie sie nicht funktionieren. Ja, ich wollte auch wissen, warum die DDR gescheitert war. Nicht erst nach meinem Diplom 2002 wusste ich, dass sie scheitern musste. Auch bin ich in meinem Leben viel gereist. Aber nicht an weiße Strände, sondern vor allem in Gebiete, die mich auch politisch interessierten: Kambodscha, Kurdistan, Australien oder Kuba. Das, was ich dort kennengelernt und an Erfahrungen gesammelt habe, kann ich heute in meine Arbeit als menschenrechtspolitischer Sprecher der LINKEN einbringen.
- Schließlich: Ein ganz neuer Abschnitt in meinem Leben hat am 1. Mai 2008 begonnen: Paul, der Sohn von Susanne und mir, wurde geboren, mein ganzer Stolz und das Wichtigste überhaupt.
Kontaktadresse Michael Leutert
Michael Leutert
Bundestagsbüro Berlin
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: ( 030) 227-70529
Telefax: ( 030) 227-76527
E-Mail:
michael.leutert@bundestag.de
Homepage:
michael-leutert.de
Wahlkreisbüro Chemnitz
Lohstraße 2
09111 Chemnitz
Telefon: ( 0371) -4330116
Telefax: ( 0371) -4330116
E-Mail:
michael.leutert@wk.bundestag.de
