DIE LINKE im Superwahljahr

Mit der Bundestagswahl am 27. September ging das so genannte Superwahljahr 2009 zu Ende. Seit Mai standen viele Genossinnen und Genossen und so mancher Sympathisant im Wahlkampf. Dafür sagen wir allen ein herzliches Dankeschön. Unsere Minimalziele haben wir erreicht. Wir wurden wieder stärkste Fraktion im Stadtrat. Aber CDU und SPD sind zu uns auf Augenhöhe gerückt. Das Direktmandat für den Sächsischen Landtag konnte Karl-Friedrich Zais wieder erreichen und mit Klaus Bartl und Freya-Maria Klinger sitzen zwei weitere GenossInnen im Landtag. Zu beachten ist, dass alle drei Kandidaten mehr Stimmen als die Partei erhielten. Ein Achtungszeichen für ihr Wirken und dafür, dass man schon auf die Personen schaut. Michael Leutert vertritt die Chemnitzer LINKE erneut im Bundestag. Das Einziehen unserer Kandidatinnen und Kandidaten in die Parlamente ist die eine Seite. Die andere, die schmerzt, ist der Verlust an Wählerinnen und Wählern. Durchschnittlich haben wir drei Prozent an Wählerschaft bei allen Wahlen verloren. Es ist uns nicht gelungen, neue Kreise zu erschließen. Lag es an Themen oder Projekten die wir zu wenig besetzt und propagiert haben? Waren wir in der politischen Auseinandersetzung zu ruhig? Wie konnten wir unsere eigene Mitgliedschaft mobilisieren? Alles Fragen, die es in den nächsten Wochen genau zu analysieren gilt und daraus sind Schlussfolgerungen zu ziehen. Mit unserem Stadtparteitag am 14. November werden wir die ersten konkreten Auswertungen vornehmen.
Und dennoch, das Wahlergebnis zum Bundestag  hat das Land nachhaltig erschüttert. Die Akzeptanz der LINKEN ist in ganz Deutschland gewachsen. Nur in acht von 299 Wahlkreisen lag die LINKE unter fünf Prozent. Noch vor vier Jahren waren es 153 Wahlkreise. Mit dem Gewinn von 16 Direktmandaten in den Ost-Ländern (außer Sachsen) ist ein Durchbruch in der Parteienlandschaft erzielt wurden. Zum ersten Mal in der 60-jährigen Geschichte der Bundesrepublik erzielte eine Partei links von der Sozialdemokratie ein zweistelliges Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Die Freude über unser Ergebnis wird natürlich davon getrübt, dass die zukünftige Bundesregierung von einer schwarz-gelben Koalition gebildet wird, die alles versuchen wird, so schnell wie möglich einen durchgängigen neoliberalen Kurs in der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik durchzusetzen. Die Wahlversprechungen der FDP werden schnell vergessen sein. Erhöhung der Mehrwertsteuer, Eingriffe in die Sozialsysteme drohen angesichts der hohen Staatsverschuldung. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander. Kein Ausstieg aus der Atomkraft und der Umstieg in erneuerbare Energien, sondern die Verlängerung der Laufzeiten der  Atomkraftwerke stehen auf der Tagesordnung.
Für uns steht mit der neu entstandenen schwarz-gelben Mehrheit die Frage: Wie kann der soziale Kahlschlag verhindert werden? Das 10-Punkte-Sofortprogramm der Bundestagsfraktion gibt erste Antworten für die Strategie der Bundespartei. Modifizieren wir es mit unserem Programm für den Stadtverband. Dass dafür das solidarische Miteinander und die Geschlossenheit in den eigenen Reihen eine wichtige Voraussetzung ist, hat das Wahljahr 2009 gezeigt.
Wir müssen wieder für die Bürgerinnen und Bürger erlebbar und Ansprechpartner sein.
Christine Pastor,
Stellv. Stadtvorsitzende

 

 

Karl-Friedrich Zais holt Direktmandat im Wahlkreis 15 - Chemnitz 4 
Karl-Friedrich Zais - Direktkandidat für den Sächsischen Landtag im Wahlkreis 15 - Chemnitz 4
Karl-Friedrich Zais - Direktkandidat für den Sächsischen Landtag im Wahlkreis 15 - Chemnitz 4

07.07.2009

Konsequent sozial. Für Demokratie und Frieden.

Programm der Partei DIE LINKE zu den Bundestagswahlen 2009 - Beschluss des Bundestagswahlparteitages 2009 der Partei DIE LINKE am 20. und 21. Juni 2009 in Berlin - Download alsPDF-Datei (317 kB)

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Liebe Chemnitzerinnen
und Chemnitzer,
wieder einmal liegt eine Wahl hinter uns. Es ist uns ein
großes Bedürfnis, allen Beteiligten für das insgesamt gute
Wahlergebnis zu danken.
Unser Dank gilt den Wählerinnen und Wählern, die uns mit
ihrer Stimme ihr Vertrauen in eine linke Politik gegeben
haben, aber auch allen ehrenamtlichen Wahlhelfern, die
so manche Stunde ihrer Freizeit einbrachten. Auch bei
dieser Kommunalwahl hat sich einmal mehr gezeigt, wie
wichtig ehrenamtliches Engagement ist.
Trotz flächendeckender Kampagnen aller Parteien und
mancher Medien gegen die Linke haben wir den ersten
Platz bei der Kommunalwahl und das zweitstärkste
Ergebnis bei den Europawahlen erreicht.
22,20 % der Wählerinnen und Wähler haben sich mit der
Wahl der Linken in unserer Stadt für eine Partei entschieden,
die im demokratisch gewählten Stadtrat die Stimme
für die sein wird, die die Werte in dieser Gesellschaft
geschaffen haben und schaffen, für Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer und Selbständige, unverschuldet in die
Arbeitslosigkeit Entlassene, für Familien und Rentner.
Erstaunlicherweise wurden die so genannten Volksparteien
der großen Koalition, und die, die sich für die bevorstehenden
Bundestagswahlen als künftige Partner einer
Koalition anbiedern, nicht für ihre Politik der sozialen Kälte
und ihre Verlogenheit abgestraft. Es ist zu befürchten, dass
diese daraus ableiten „Dann machen wir weiter so!“
Leider haben wir auch Zustimmung eingebüßt und dass tut
weh. Ganz offensichtlich ist es uns nicht überall gelungen
die Bürgerinnen und Bürger von unseren Konzepten zu
überzeugen. Es wird sicherlich noch ausreichend Gelegenheit
für eine ausführliche Analyse geben.
Die Linke in Chemnitz hat einmal mehr gezeigt, dass sie
sehr lebendig ist, dass sie kämpfen kann und dass die
Menschen ihr vertrauen. Allen von unserer Seite ein sehr
herzliches „Dankeschön“ für die große Unterstützung und
das Engagement!
Aber …Nach der Wahl ist vor der Wahl. Bis zur nächsten
Wahl ist noch viel zu tun. Packen wir es an!

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht
kämpft, hat schon verloren.“


Fraktion DIE LINKE

24.06.2009

Kommunal- und Europawahl am 7. Juni – ein durchwachsenes Ergebnis…

Schon kurz nach 18 Uhr hatten sich einige Interessierte in der Geschäftsstelle der Fraktion im Chemnitzer Rathaus eingefunden, um am Bildschirm die ersten Hochrechnungen und Reaktionen der Parteien zu den Europawahlen zu verfolgen. Den ganzen Abend war ein Kommen und Gehen, bevor man zu sehr später Stunde dann den äußerst knappen Wahlsieg bei den Kommunalwahlen feiern konnte.
Schon kurz nach 18 Uhr hatten sich einige Interessierte in der Geschäftsstelle der Fraktion im Chemnitzer Rathaus eingefunden, um am Bildschirm die ersten Hochrechnungen und Reaktionen der Parteien zu den Europawahlen zu verfolgen. Den ganzen Abend war ein Kommen und Gehen, bevor man zu sehr später Stunde dann den äußerst knappen Wahlsieg bei den Kommunalwahlen feiern konnte.

Eines haben wir als Stadtverband zu den Kommunal- und Europawahlen am 7. Juni gezeigt: Auf die Chemnitzer Linke kann sich der Landesverband verlassen. Wir liegen, was die Europawahl anbelangt, über dem Landesdurchschnitt und sind zur Kommunalwahl wieder stärkste Partei geworden. Fast ein Viertel der abgegebenen Stimmen für den Chemnitzer Stadtrat konnten wir erzielen. Nunmehr vierzehn Linke werden im neuen Stadtrat für original soziale Politik streiten. Ohne die kontinuierliche Arbeit in den letzten Jahren und den unermüdlichen Einsatz zahlreicher ehrenamtlicher Wahlhelfer wäre dieses Ergebnis nicht zu erzielen gewesen.
Gleichzeitig müssen wir jedoch auch feststellen, dass wir es nicht geschafft haben, uns gegen den sachsenweiten Trend zu stemmen, wonach die Linke landesweit für Europa- und Kommunalwahlen etwa vier Prozent verloren hat. In Hinblick auf die vor uns liegenden Landtags- und Bundestagswahlen müssen wir zwei Dinge konstatieren:
Zum Ersten: Die gegenwärtige Krise der Wirtschafts- und Sozialordnung treibt uns nicht automatisch neue Wähler zu – im Gegenteil. Hauptgewinner ist auch in Chemnitz die FDP, welche Neoliberalisierung und Deregulierung nicht als Ursache der Krise begreift, sondern eben diese zur Überwindung der Krise weiter vorantreiben will. Die Wechselstimmung, die vor fünf Jahren als Reaktion auf die Agenda-2010-Politik der Schröderregierung weite Teile der Bevölkerung ergriffen hatte, ist vielfach der Resignation gewichen. Es muss bei den vor uns liegenden Wahlen besser gelingen, unsere Sympathisanten auch tatsächlich zur Stimmabgabe zu bewegen. Die weit verbreitete „Es ändert sich doch sowieso nichts“-Stimmung müssen wir aufbrechen und deutlich machen: Die Linke zu wählen, wirkt! Wir sind die einzigen, die denen in die Parade fahren, die das solidarische Gesundheitswesen komplett zerschlagen und privatisieren, die die gesetzliche Rente gänzlich aushebeln und die Bildung zum Privileg derer machen wollen, die sie sich leisten können. Wir fordern einen Schutzschirm für die Menschen, nicht für die Banken.
Zum Zweiten gilt festzustellen, dass wir trotz Verlusten mit den 22 Prozent zur Stadtratswahl und den fast 24 Prozent zur Europawahl in Chemnitz fest verankert und solide aufgestellt sind. Wir haben allen Grund, die Landtags- und Bundestagswahlen mit Zuversicht anzugehen. Unser Ziel um möglichst viele Direktmandate in unserer Stadt zu ringen ist anspruchsvoll aber realistisch. Es gilt „Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an!“

Nico Brünler, VorsitzenderDIE LINKE.Chemnitz
aus DKB 07/2009

 

Sitzverteilung im Chemnitzer Stadtrat

10.05.2009

Resümee der Wahlperiode 2004 - 2009

aus "Der klare Blick" Ausgabe Mai 2009

Kommunalpolitischer Einfluss der Fraktion

Die Wirkungsfelder und die öffentliche Ausstrahlung der fünfzehn Mitglieder der Fraktion DIE LINKE, die mit der offenen Liste im Jahre 2004 mit 26,91%, also rund 69.000 Wählerstimmen, in den Chemnitzer Stadtrat gewählt wurden, waren sehr zahlreich und vielgestaltig.
Engagiert und differenziert, oft mehr und manchmal auch weniger erfolgreich, wurde der Wählerauftrag in Umsetzung des Wahlprogramms von der Fraktion ausgestaltet. Viele kommunalpolitische Felder wurden vor allem durch die bisherigen Stadträtinnen und Stadträte besetzt. Die acht “neuen” Mitglieder der Fraktion konnten sich trotz teilweiser erheblicher anderer Belastungen schnell und umfassend einarbeiten. Gleiches ist von den sieben Ortschaftsrätinnen und Ortschaftsräten zu sagen. Mit der Nachwahl 2005 konnte ein Ortschaftsratsmandat in Euba hinzugewonnen werden. Erstmalig ist es während der Wahlperiode gelungen, mit Dr. Peter Neubert auch einen Ortsvorsteher aus den Reihen der LINKEN in Einsiedel zu stellen.
Die Fraktionsmitglieder waren Kraft ihres Mandats zur Arbeit außerhalb der Fraktion verpflichtet, wie zum Beispiel als Aufsichtsrats-, Ausschuss- und Beiratsmitglieder. Sie waren erfolgreich bemüht, diese Aufträge bestmöglich zu erfüllen - auch wenn dazu manchmal die fachlichen Voraussetzungen erst nach und nach erarbeitet werden konnten.
Was waren die Wirkungsfelder, auf denen im Prinzip jedes Fraktionsmitglied wirksam werden sollte und die auch vor den neu zu wählenden Stadträtinnen und Stadträten der LINKEN gewissermaßen als Neuland liegen?
Mit dem Mandat sind verflochten: Der Stadtrat, die Arbeit in der Fraktion und in einem oder mehreren Ausschüssen, in den Beiräten und z. T. auch in einem oder ggf. sogar mehreren Aufsichtsräten. Hinzu kommt außerdem die Verbindung und Rechenschaftslegung gegenüber Mitgliedern und Sympathisanten der LINKEN.Es gehört ebenfalls zur Pflicht eines Mitgliedes der Fraktion, eventuell im Stadtvorstand oder einer seiner Arbeitsgruppen mitzuarbeiten bzw. als Vorsitzende/r oder in Vorständen der Basisgruppen/Ortsverbände tätig zu werden. Die Mitarbeit in Organisationen, Gewerkschaften, Verbänden und Vereinen ist für fast alle Stadträtinnen und Stadträte eine Selbstverständlichkeit gewesen. Letztlich sind es aber vor allem die aktiven Kontakte mit den Bürgerinnen und Bürgern, die Sprechstunden und persönlichen Gespräche, die Einwohnerforen und anderes mehr, die ein hohes Maß an Engagement erfordern. Hier standen die Mitglieder der Fraktion, die von viel mehr Bürgerinnen und Bürgern in den Stadtrat gewählt wurden, als es Mitglieder der LINKEN in einem Kommunalwahlkreis gibt, sehr oft schwierigen Entscheidungsalternativen gegenüber.
Fraktionszwang haben wir stets ausgeschlossen. Bei entscheidenden politischen Fragen war der Disput in der jeweiligen strittigen Sache wichtig, aber auch unterschiedliche Standpunkte wirkten bei bestimmten Entscheidungen, wie z. Bsp. bei den Bürgermeisterwahlen, den Betreuungszeiten für Kindertagesstätten und Horten, durchaus befördernd. Kritisch wollen wir anmerken, dass wir oft den Grund für unterschiedliche Standpunkte nicht schnell genug oder auch nicht öffentlich machen konnten. Unser teilweise unterschiedliches Abstimmungsverhalten hat deshalb manchmal das Bild der Fraktion nach außen als unscharf erscheinen lassen. Aber vor allem differenzierte eigene persönliche Erfahrungen von Mitgliedern der Fraktion ließen bei der Inanspruchnahme der Entscheidungsspielräume einige Male ein einstimmiges Votum nicht zu.
Solche Fragen waren z. B.: Wann und in welchem Maße müssen Bürgerinteressen die Parteiinteressen oder Interessen Einzelner dominieren? Oder: Darf eine öffentlichkeitswirksamere Oppositionspolitik der Fraktion DIE LINKE dann zurückstehen, wenn die Möglichkeit besteht, für die Allgemeinheit positive Ergebnisse fraktionsübergreifend oder im Konsens mit der Stadtverwaltung zu sichern?
Wir sind aber sicher, zum Beispiel bei Fragen der Gestaltung der Gebühren, beim Komplex Kindertagesstätten, Schulen und Sportstätten, zum Haushalt (auch in Vorbereitung der Einführung des Bürgerhaushaltes), zur Umsetzung des Konjunkturpaketes II u. a. verantwortlich entschieden zu haben.

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21.06.2009

»Wir sind zumindest ein Korrekturfaktor«

  • Flash ist Pflicht!

Gäbe es DIE LINKE nicht, gäbe es keine einzige Stimme gegen die Kürzung der Rente um  zwei Jahre, gäbe es keine einzige Stimme gegen die Bundeswehr in Afghanistan. Es gäbe keine einzige Stimme, die sich wirklich für Steuergerechtigkeit einsetzt. Alle anderen Parteien im Bundestag sind für uns nicht koalitionsfähig. Würde sich DIE LINKE beispielsweise bei Afghanistan, Rentenkürzungen oder Löhnen und Renten Ost/West auf die SPD zubewegen, wäre sie am nächsten Tag überflüssig. Es gibt bereits vier neo-liberale Fraktionen, man braucht keine fünfte.

Gregor Gysi auf dem Wahlparteitag am 21. Juni 2009

Rede auf YouTube.de/dielinke: Mitschnitt der Rede von Gregor Gysi ansehen

 

 

Flash ist Pflicht!
Rede von Michael Leutert auf der Wahlkreisversammlung am 18.04.