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Vernissage „Über Politik eine Platte machen“ - Schallplattencover als Streetart der Warenwelt Mit Salon Orthodox

Chemnitz, 9. März, Donnerstag, 19.00 Uhr Vernissage „Über Politik eine Platte machen“ - Schallplattencover als Streetart der Warenwelt Mit Salon Orthodox Eine gemeinsame Veranstaltung des Haus Arthur e.V. und der RLS Sachsen Haus Arthur, Hohe Str. 33, 09112 Chemnitz

 

Eindeutigkeit ist ein Sehnsuchtsort der Kommunikation. Die Frage nach dem Politischen im Grafischen ist nicht immer eindeutig und konsensfähig. Vielleicht kann sie nicht einmal immer als künstlerische Formulierung einer greifbaren politischen Position beantwortet werden.

In welchem Fall geht es dem Künstler um starke Aussagen, vermischt sich vielleicht sogar gewollte Provokation mit Populismus?

Wenn ja, geht es um den Wunsch zur Debatte oder um kurze Aufmerksamkeit im Kurzzeitgedächtnis der Warenwelt.

Führungen: Werden auf der Facebook-Seite bekannt gegeben:

www.facebook.com/GalerieMedusaChemnitz

 

Arthur e.V. und Salon Ohrthodox präsentieren:

 

„Über Politik eine Platte machen“

(Schallplattencover als Streetart der Warenwelt)

 

Schon der Titel des aktuellen Ausstellungsprojektes macht es deutlich, Eindeutigkeit ist ein Sehnsuchtsort der Kommunikation.

Eindeutig hingegen ist der Gegenstand der Ausstellung „Über Politik eine Platte machen“ - zeitgeistig und zeitlos, Schallplattenverpackungen.

Zusammengestellt von Duo „Salon Ohrthodox“ bestehend aus Okie Kühnert und Alexander Dreyhaupt. Nicht mehr ganz so eindeutig ist das im Ausstellungstitel angedeutete „Politische“.

Wenn am 09. März an den Wänden der Medusa ausgesuchte Schallplattencover die Besucher überraschen werden, wird deutlich, dass auch die Frage nach dem Politischen im Grafischen nicht immer eindeutig, konsensfähig, vielleicht nicht einmal immer als künstlerische Formulierung einer greifbaren politischen Position beantwortet werden kann. Wo geht es dem Künstler um starke Aussagen, vermischt sich vielleicht sogar gewollte Provokation mit Populismus. Wenn ja, geht es um den Wunsch zur Debatte oder um kurze Aufmerksamkeit im Kurzzeitgedächtnis der Warenwelt.

Weiterhin könnte gefragt werden, ob ein Schallplattencover der richtige Ort für ernste „Aussagen“ in einer komplexen Debatte ist oder ob man doch Gefahr läuft Inhalte hinter der Suche nach Bildikonen und ästhetischen Erfolgen zu stellen.

Weder eindeutig, aber auch nicht undeutlich wird der Einführungsvortrag zur Eröffnung. Die beiden Ausstellungsmacher werden zur Eröffnung einen ihrer unpädagogischen „Salon Ohrthodox“ abhalten und einen Einblick in ihre assoziativen Hintergedanken der gezeigten Schallplattencover geben.

Da man Schallplattencover im Rahmen hängend nicht hören kann, natürlich mit ausgewählten akustischen Beispielen, die sehr sicher noch mehr Fragen aufwerfen werden. Denn Popkultur oszilliert nicht selten zwischen Codierungen und Umdeutung an der „Hörschwelle“ und herausgestellten, offensichtlichen Bezügen und gewollten Adaptionen mit Ausrufezeichen an der „Schmerzgrenze“. Da hilft nur eins: Hören sie, schauen sie hin.

 

Die Ausstellungsmacher:

sind die Leipziger Musikenthusiasten Eiko Kühnert und Alexander Dreyhaupt, sie kreuzen ihre Tätigkeiten seit über 10 Jahren. Sehr unterschiedlich gelagerte gemeinsame Aktionen und Projekte sind dabei entstanden. Der zahlenmäßig größte Teil sind thematische Radiosendungen, aber auch Vorträge, Installationen und assoziatives Musik-Auflegen, vor allem im „Salon Ohrthodox".

Dieser startete 2014 zweimonatlich im Kino „Cineding" und fand 2015 im Rahmen der Reihe "Funkhaus Bosestraße" im Schauspiel Leipzig statt. 2016 folgte eine Podiumsdiskussion mit dem Thema »Heisse Ware und schwarzes Gold. Bü̈cher- & Schallplattenschmuggel in der DDR« und in Chemnitz zwei “Salon Ohrthodox” im Rahmen des Festivals Begehungen.

 

Eiko Kühnert:

war ab 1990 aktiv im ersten Leipziger Szeneplattenladen „Hörkunst" und von 1997 bis 2004 mit eigenen Sendeplätzen bei Radio Blau, z. B. mit der Sendung „Herdplattenspieler". 1997 wurde auch die D.I.Y. Vinylsingle „Hörkunst, Körper und Limonen" des Musikprojekts „Motörfucker"

veröffentlicht. Später folgten Aktivitäten und Vorträge bei Festivals der Zeitgenössischen Musik und in diversen Radioformaten. Über die Jahre entstanden vor allem viele Interviews, als illustre Beispiele seinen genannt "Das Ich" Produzent und „GEMA Zerstörer“ Bruno Kramm, dem nicht so sehr als Linguist bekannten Noam Chomsky und zum Glück auch mit Lemmy Kilmister von „Motörhead". 2014 erschien ein Gastbeitrag mit Nora Kühnert im Buch „Gravitationsfeld Pop: Was kann Pop? Was will Popkulturwirtschaft? Konstellationen in Berlin und anderswo" im "transcript" Verlag.

Salon Ohrthodox mit Dreyhaupt ist Wellness pur sagt er.

 

Alexander Dreyhaupt:

begann Mitte der 90er in der sachsen-anhaltinischen Provinz mit ersten Kassettenlabelprojekten und ersten eigenen Plattenveröffentlichungen und führte zwischen 1999 bis 2008 das Schallplattenlabel Phantomnoise Records für elektronisch Obskures. John Peel mochte es sehr.

Unterschiedlichste Veranstaltungsreihen pflastern seinen Weg durch die „Nuller" Jahre. Die Reihen „Strukturbruch“ und „Electric Eclectic Lounge“ hatten die besten Namen. Von Auftritten und Touren als Liveact oder DJ wurde gern ein Schnupfen mitgebracht und so manch Seemannsgarn.

Die Radiosendung „The Fakecore Show" (2004-2009) und andere Formate auf Radio Blau halfen parallele Aktivitäten im Bereich der "ernsten Musik"

auszupendeln. Zuletzt Audiocollagen und Performances als „Worlds Ab-Art"

und gefühlvoller 360grad Betreuer und Manager der fälschlicherweise dem Gothicbereich zugeordneten, schlecht gelaunten Popband "Steinkind".

Salon Ohrthodox mit Kühnert ist Wellness pur sagt er.

 

www.ohrthodox.com

 

Führungen: Werden auf der Facebook-Seite bekannt gegeben:

www.facebook.com/GalerieMedusaChemnitz


Veranstaltungsort:
Haus Arthur, Hohe Str. 33, 09112 Chemnitz
Beginn:
09. März 2017 um 19:00