30. Juli 2014 Nico Brünler, Sabine Pester

Staatsregierung muss endlich handeln - Kita-Betreuung bedarf dringend einer Verbesserung

©Dieter Schütz_pixelio.de

Die Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte vergangene Woche eine Studie zur frühkindlichen Bildung und Betreuungssituation in den Kindertageseinrichtungen. Sachsen schnitt, wie zu erwarten, sehr schlecht ab. Sowohl bei dem Betreuungsschlüssel für die Kinder unter 3 Jahren als auch bei den Über-Drei-Jährigen landete der Freistaat auf dem vorletzten Platz im bundesweiten Ranking. Sachsen müsste über 16.700 Erzieherinnen einstellen um den von der Bertelsmann-Stiftung empfohlenen Betreuungsschlüssel von 1:3 in den Krippen und 1:7,5 in den Kindergärten zu erreichen.

Dazu erklärt Sabine Pester, Mitglied der LINKEN-Stadtratsfraktion und kinder- und jugendpolitische Sprecherin:

„Die Studie zeigt nur das auf, was Erzieherinnen und Erzieher, Eltern, Wohlfahrtsverbände sowie die kommunale Politik seit fast zwei Jahren kritisieren. Die Landesregierung gibt einen – qualitiv guten – Bildungsplan vor, setzt aber zu wenig Erzieherinnen ein um diesen auch qualitativ umsetzen zu können. Die Folgen sind übervolle Gruppen und überlastete Erzieherinnen und Erzieher. Und da hilft es nicht, wie das Kultusministerium jetzt verlauten ließ, dass die Kostenpauschale erhöht wird – damit werden nur die gestiegenen Betriebskosten aufgefangen – und dass man evt. das Programm „Kita-Qualität“ erweitern will. Dieses Programm ist nur befristet und betrifft zudem nur einige wenige Kitas. Das Problem des schlechten Betreuungsschlüssels ist aber überall vorhanden.“

Dazu erklärt Nico Brünler, Stadtvorsitzender DIE LINKE. Chemnitz und Direktkandidat für den Landtag im Wahlkreis Chemnitz 1:

„Das Problem, welches die Studie jetzt aufgeworfen hat, ist nicht neu. Seit Jahren kämpfen die drei Oppositionsfraktionen im Landtag um eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels. Bisher ohne Erfolg. Ich glaube auch nicht, dass die Studie bei der Staatsregierung jetzt ein Umdenken fördert, wenn schon die zahlreichen Petitionen und Protestaktionen der Eltern, Erzieherinnen und Wohlfahrtsverbände in den letzten Wochen und Monaten nichts gebracht hat. DIE LINKE wird sich weiterhin für eine Verbesserung des Personalsschlüssels einsetzen. Die Landtagsfraktion wird deshalb für den nächsten Doppel-Haushalt des Freistaates die nötigen Gelder von 113 Mio. Euro bereitstellen. In einem ersten Schritt wollen wir die 2 Stunden Vor- und Nachbereitungszeit sowie fünf Fortbildungstage pro Jahr und Fachkraft im Betreuungsschlüssel berücksichtigen und ihn in der Kita auf 1:12 senken.“

Kategorien: Pressemitteilungen, Stadtratsfraktion, Stadtvorstand

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