25. April 2016

Rassismus Tötet - Solidarität mit Geflüchteten

Aufruf zur Demonstration am 26.04. in Chemnitz Einsiedel

Der Brandanschlag auf die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Chemnitz-Einsiedel am vergangenen Dienstag hat uns schwer erschüttert und bundesweit für Empörung gesorgt. Wir haben lange davor gewarnt, dennoch gehofft, es möge nicht so kommen und sind erleichtert, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Dieser Anschlag hat den Tod schlafender Menschen bewusst in Kauf genommen und fügt sich ein in eine immer länger werdende Reihe rassistischer Übergriffe und Anschläge.

Die Saat von Hass und Gewalt, die seit anderthalb Jahren durch die rassistischen Proteste der Pegidabewegung sowie lokale Initiativen gegen Flüchtlingsunterkünfte geschürt wurde, ist nun auch in Chemnitz aufgegangen. Wer sich darauf einlässt und daran mitwirkt, diffuse Ängste und eigene Probleme auf einen gemeinsamen Feind zu projizieren; wer sich auf Kategorien wie Volk und Rasse beruft, um sich als Teil einer angeblichen Gemeinschaft stark zu fühlen und von allen Menschen abzugrenzen die irgendwie Anders sind, der trägt letztendlich dazu bei, dass die Auseinandersetzung um die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen immer weiter eskaliert. Wer hunderttausende verschiedenste Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen aus dutzenden Ländern dieser Erde fliehen, zu einer vermeintlich homogenen Gruppe zusammenfasst; wer dabei die einzelnen Menschen und deren Schicksale, die Ursachen und Zusammenhänge völlig ausblendet und diese Gruppe zur Gefahr für den eigenen Wohlstand und die eigene Lebensweise erklärt, der handelt menschenfeindlich, unsolidarisch und nimmt letztendlich Todesopfer in Kauf.

Der Brandanschlag vom Dienstag hat gezeigt, dass die scheinbare Ruhe, die in Einsiedel nach der Eröffnung der Erstaufnahmeneinrichtung eingekehrt ist, trügerisch war. Bereits bei versuchten Blockaden der Zufahrtsstraße zum ehemaligen Ferienlager und nächtlichen Fackelmärschen organisierter Neonazis wurde deutlich, welche Haltung hinter den Protesten steckt. Rassismus tötet und das beweisen nicht nur die über 200 Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990.

Unsere Solidarität und Unterstützung gilt den schutz- und asylsuchenden Menschen in Einsiedel und Anderswo, den Mitarbeitern des DRK und allen, die sich für Geflüchtete stark machen.

Der weit in der Mitte unserer Gesellschaft verankerte Rassismus und dessen stillschweigende Akzeptanz im Alltag, die Normalisierung und gleichzeitige Radikalisierung rassistischer Hetze und Gewalt und die relative Stille und Handlungsunfähigkeit einer demokratischen Zivilgesellschaft, verlangen von uns allen lauter zu werden, Farbe zu bekennen und Solidarität zu zeigen.

Kommt alle nach Einsiedel und setzt mit uns ein deutliches Zeichen gegen rassistische Gewalt, für Weltoffenheit und Solidarität!

Dienstag 26.04. 18:00 Bahnhof Einsiedel

 

www.facebook.com/events/219728541732563/

Kategorien: Antifaschismus, Asyl, Chemnitz, Demokratie, Sachsen

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