16. Juli 2015 Bündnis Chemnitz Nazifrei

Pegida-Wanderzirkus kommt nach Chemnitz … und macht doch keinen Spaß!

Bild: blu-news.org / Flickr / CC BY-SA 2.0

Im Zuge ihrer „Sommertour“ macht PEGIDA, am 20. Juli 2015, Halt in Chemnitz. Unter dem Motto: „Geblieben um zu Siegen“ meldete Lutz Bachmann eine Demonstration am Karl-Marx-Monument an. „Herr Bachmann will nun auch
in Chemnitz Unsicherheit, Angst und Hass gegen Migrantinnen und Migranten verbreiten. Wir werden dafür sorgen, dass es seine erste und letzte Demo in Chemnitz bleiben wird. Lutz Bachmann soll sich hier nicht heimisch fühlen.“, so Tim Detzner Sprecher des Bündnisses Chemnitz Nazifrei.

Das Bündnis Chemnitz Nazifrei ruft alle Chemnitzerinnen und Chemnitzer
auf am 20. Juli 2015 ab 18:00 Uhr am Monument auf der Brückenstraße ein deutliches Zeichen für die Solidarität mit Flüchtlingen, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen.

Nach einem dreiviertel Jahr PEGIDA-Bewegung in Sachsen brennen geplante
Flüchtlingsunterkünfte und fallen nachts Schüsse auf die Fenster eines Flüchtlingsheimes. Fast täglich werden Menschen anderer Herkunft in Sachsen
verfolgt beschimpft oder bedroht und immer öfter werden die Behausungen, in
denen Flüchtlinge untergebracht sind angegriffen. Pegida hat Sachsen genau
das gebracht, wovor wir gewarnt haben – den Samen von Gewalt und Hass, den Rückfall in dumpfes völkisches Denken, in Nationalismus und Rassismus.

Liebe Chemnitzerinnen und Chemnitzer, das Bild des Erfolges wollen wir Pegida nicht gönnen. Mit Deiner, Eurer und Ihrer aller Hilfe können wir auch mitten in den Sommerferien zeigen, dass Solidarität, Menschlichkeit, Weltoffenheit und der Mut Rassisten als das zu benennen was sie sind, stärker sind als Ausgrenzung und Hass. Bringt Transparente, Fahnen & Schilder, bringt Instrumente & Lieder, bringt Gedanken, Ideen und Worte mit!

Wir sehen uns.

Kategorien: Antifaschismus, Chemnitz, Asyl, Demokratie, Pressemitteilungen

Kommentare

Wolfgang Prinz 16.08.2015, 07:54 Uhr
Gravatar: Wolfgang Prinz

Zufällig bin ich auf die Seite von Susanne Schaper gestoßen und habe dort Meinungsäußerungen von Gerrard Schueft zum Thema gelesen, die mich wirklich entsetzt haben, weil sie unter der Maskerade des besseren Demokratieverstehers eine völlige Umdeutung des Geschehens produziert. Ich habe Herrn Schueft die folgenden Sätze auf seine fan-page gepostet: Lieber Herr Gerrard Schueft, junger Mann, ich bin doch sehr erstaunt über Ihre Ansichten, die Sie auf der facebook-seite von Susanne Schaper geäußert haben. Glauben Sie im Ernst, es handele sich bei den dumpfen Haßgesängen der Pegida-Leute um "kritische Stimmen"? Auf dem Plakat finde ich die Sätze "Wehrt Euch ... für unser deutsches Vaterland". In dieser Aussage wird gesagt, unser Vaterland sei in Gefahr, weil wir überfremdet werden, vom Islam, von Ausländern und Asylanten. Es wird eine Bedrohungsangst aufgebaut, die das gerade Gegenteil einer kritischen Stimme ist. Kritisches Denken baut auf Vernunft, auf Einschalten des Verstandes. Die Methode Pegida setzt dagegen auf dumpfe Vorurteile und Ressentiments.
Zweitens. Pegida-Leute haben offenbar das Parteibüro von Frau Schaper beschädigt. Sie ist Landtagsabgeordnete der Linkspartei. Organisierte Rechtsradikale greifen nicht nur Flüchtlingsheime an und fackeln sie ab, sie greifen auch ihre Kritiker an. Organisierte Rechtsradikale wollen ihre Kritiker zum Schweigen bringen. Die Zerstörung der Auslage im Büro von Frau Schaper und die Anbringung der eigenen Haßaufrufe ist nicht harmlos. Sie bedeutet einen Machtanspruch und eine Drohung. Frau Schaper berichtet von "Bedrohungen, Schmierereien und Beschimpfungen". Hier findet unter den Augen der Öffentlichkeit die Terrorisierung einer gewählten Abgeordneten statt. Rechte demonstrieren, dass sie sich alles erlauben können, und auf jeden Fall das Eigentum von Linken beschädigen dürfen.
Drittens. Wie geht man mit der Mobilisierung dumpfen Ressentiments durch den Rechtspopulismus um? Durch Ausgrenzung aus der sozialen und wirtschaftlichen Gemeinschaft. Leistet auf allen Ebenen Widerstand gegen diese Hetze und den Machtanspruch. Inclusive wirtschaftlicher Boykott-Maßnahmen. Man kauft nicht bei Pegida. Diese Leute sind eine Gefahr für uns alle. Man muss sich mit aller Macht entgegenstemmen.
Viertens. "Kauft nicht bei Pegida" hat kein braunes Geschmäckle. Die Parole "Kauft nicht bei Juden" der Nazis verfolgte den Zweck, eine Minderheit kenntlich zu machen. Sie war eine vorbereitende Maßnahme für die Vernichtung dieser Minderheit. Die Parole "Kauft nicht bei Pegida" hat eine ganz andere Qualität. Hier sollen Zusammenhänge kenntlich gemacht werden, die Haß und Gewalt gegen Minderheiten säen und eine ernsthafte Gefahr für das demokratische Zusammenleben geworden sind. Die Parole "Kauft nicht bei Pegida" ist das genaue Gegenteil nationalsozialistischer Rhetorik, weil sie dem Schutz von Minderheiten dient.
Fünftens bin ich wirklich entsetzt darüber, dass Sie ausgerechnet den Kritikern dieses braunen Mobs eine Nähe zu nationalsozialistischer Rhetorik vorwerfen. Und das auch noch aus der Pose des besseren Demokratieverstehers heraus. Demokratie ist zunächst und vor allem der Schutz von Minderheiten. Wer nicht alarmiert ist, wenn er die Parole "Wehrt Euch ... für unser deutsches Vaterland" hört, hat von Demokratie nichts verstanden. Wie ich sehe, legen sie Wert darauf, ein humorvoller Mensch zu sein. Was fällt Ihrem Humor denn zu den brennenden Flüchtlingsheimen ein? Macht das auch Spaß?

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