28. Juni 2015 Osmani Aldama

"Ohne Geschichte geht es nicht in die Zukunft"

Diesen Satz äußerte neulich Dr. Peter-Michael Diestel, letzter Innenminister der DDR, in einem Interview für das "Neue Deutschland". Die Geschichte der DDR ist seit 25 Jahren ein umstrittenes und umkämpftes Thema. Eine neue Qualität wurde erreicht, als 2014 die Thüringer Linke die DDR zum "Unrechtsstaat" deklassierte, weil SPD und Grüne sonst mit der Linken im Landtag keine Koalition eingegangen wären. Diese Art politischer Geschichtsschreibung entspricht so ganz und gar nicht Diestels Vorstellungen. Für ihn stellt jemand, der die DDR als "Unrechtsstaat" bezeichnet, sie auf gleiche Stufe mit der faschistischen Diktatur, die das schlimmste Unrecht unserer Zeit hervorgebracht hat. Nach seiner Auffassung lässt sich das Unrecht in der DDR vergleichen mit dem Unrecht in anderen Staaten, einschließlich der BRD. Der Jurist bekannte sich zur DDR, in der er studierte, mit einer Dissertation zu Spezialproblemen des Bodenrechts promovierte und als Leiter der Rechtsabteilung einer Agrar-Industrie-Vereinigung arbeitete. Im März 1990 wurde Dr. Peter-Michael Diestel Abgeordneter der Volkskammer und war von April bis Oktober 1990 stellvertretender Ministerpräsident und Minister des Inneren der DDR.

Susanne Schaper und Klaus Bartl stellten Diestel in einer Podiumsdiskussion im Schloßbergmuseum vergangenen Donnerstag etliche Fragen zur Wendezeit und wie er die Zeit danach erlebte. Mit über 140 Besuchern sorgte das Gespräch mit Peter-Michael Diestel für reges Interesse. Wir entschuldigen uns bei jenen, die auf Grund der begrenzten Kapazität nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten.

Kategorien: Abgeordnete, Chemnitz, Veranstaltung

Kommentare

buerger 03.07.2015, 09:11 Uhr
Gravatar: buerger

Ich mache mir so meine gedanken, warum man heute wieder leuten eine oeffentliche buehne bietet, von denen man weiss, dass sie die ddr glorifizieren. Jenen aber die unsaegliches leid erfahren mussten, hoert man am liebsten garnicht zu. " es muss ja auch mal schluss sein".....diese einseitige geschichtsklittung ist fatal und immerwieder ein schlag ins gesicht der opfer dieser diktatur

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