05. Mai 2017 Susanne Schaper, Nico Brünler

Ehrung mit Farbe im Gesicht

Heute vor 199 erblickte der wohl bedeutendste Ökonom in Trier das Licht der Welt: Karl Marx. Seine Weitsicht und seine Theorien sind weltweit bekannt und von großer Aktualität. Dazu führte DIE LINKE Chemnitz am 5. Mai 2017 eine Ehrung am Karl-Marx-Monument durch und trotzte den Widrigkeiten, denen das Monument nach dem Farbanschlag vom 03.05. ausgesetzt war.

Nico Brünler, Landtagsabgeordneter und Stadtvorsitzender DIE LINKE Chemnitz, äußerte in seinem Redebeitrag: „Woher kommt es, dass der alte Marx auch heute noch so sehr polarisiert? Ganz einfach: die aktuellen Themen – letztlich auch die mit denen Rechtspopulisten aktuell auf Stimmenfang gehen – sind genau die, um die es auch im vor 150 Jahren erschienenen ‚Kapital‘ geht: die Ungleichheit, die der Kapitalismus erzeugt; die systematische Ausbeutung ganz unten in der Gesellschaft und die keine Grenzen kennende Bereicherung ganz oben.“

Susanne Schaper, Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende DIE LINKE im Chemnitzer Stadtrat schloss daran an: „Nur scheinbar sind wir heute sehr weit entfernt von den damaligen frühkapitalistischen Zuständen, als 14-Stunden-Schichten von neunjährigen Kindern an der Tagesordnung waren. Marx war sichtlich berührt vom Tod der Putzmacherin Mary Ann Walkley durch ‚einfache Überarbeit‘ – sie musste 26 Stunden ohne Pause arbeiten, um die Prachtkleider der Prinzessin von Wales fertig zu machen. Wer denkt hier nicht an die heutige Zeit und die bedrückende Lage der Textilarbeiterinnen in Bangladesch oder anderswo? Die Partei DIE LINKE steht an der Seite besonders dieser Menschen, um für bessere Verhältnisse zu streiten.“

Empörend war für uns und die 50 anwesenden Gäste jedoch, dass die Stadtverwaltung sich trotz rechtzeitiger Information über den Farbanschlag und die zwei Tage später stattfindende Veranstaltung nicht in der Lage gesehen hatte, die Farbreste rechtzeitig zu beseitigen. Die Ehrung fand daher umringt von Hebebühnen und blauer Farbe statt. Das ist beschämend, allzumal wir davon ausgehen, dass bei einem der herausragenden touristischen Attraktionen in Chemnitz ein schnelleres Reagieren selbstverständlich sein sollte.


Susanne Schaper
Nico Brünler

Kategorien: Pressemitteilung

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