20. Juni 2015 Raimon Brete

Die Kinder von Lidice - Erinnerung und Mahnung zugleich

Hannelore Wagner und Raimon Brete am Kinderdenkmal Lidice (C) Raimon Brete

Die Tragödie des kleinen Dorfes und seiner 503 Einwohner begann am 10. Juni 1942, wenige Stunden nach Mitternacht. An jenem schicksalhaften Tag wurden 173 Männer im Garten des Horák-Hofes erschossen. Die Frauen und Kinder wurden in die Sporthalle der Grundschule von Kladno gebracht. Drei Tage später wurden die Kinder von ihren Müttern getrennt und außer denen, die für die Umerziehung in deutschen Familien ausgwählt wurden und denen, die unter einem Jahr alt waren, wurden alle von Abgasen in speziell umgebauten Fahrzeugen im Vernichtungslager Chelmno in Polen getötet. Die Frauen wurden ins Konzentrationslager Ravensbrück gebracht, was gewöhnlich einen schnellen oder schleichenden Tod bedeutete.

Die Bildhauerin Marie Uchytilová war von dem tragischen Verbrechen in Lidice sehr betroffen. 1969 entschied sie, eine Bronzestatue der Lidicer Kinder zu gestalten. Es brauchte zwei Jahrzehnte, 82 überlebensgroße Statuen von Kindern zu schaffen. Sie  verstarb unerwartet im Herbst 1989.  Ihr Ehemann Jirí Hampl[Mitglied im CSBS im Verband der Internationalen Förderation der Widerstandskämpfer Bund der Antifaschisten(FIR)] vollendete 1990 das Werk. Im Frühling 1995 wurde an der ausgewählten Stelle ein Betonfundament gegossen. Danach kam der lang ersehnte Tag. 30 Kinder in Bronzegestalt kehrten zu ihren Müttern nach Lidice zurück. Ab dem Sommer 1996 wurden in unregelmäßigen Abständen mehr Statuen aufgestellt. Die letzten sieben wurden im Jahr 2000 enthüllt. Inzwischen stehen dort 42 Mädchen und 40 Jungen, die 1942 ermordet wurden, und blicken in das Tal.

Anläßlich der Gedenkveranstaltung am 13. Juni 2015 legten Hannelore Wagner und Raimon Brete im Auftrag von VVN-BdA  und des Stadtvorstandes sowie der Fraktion die Linke im Stadtrat Chemnitz Gebinde am Kinderdenkmal nieder.

Kategorien: Antifaschismus

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