08. Mai 2015 Nico Brünler

Der 8. Mai war Tag des Sieges über die Unmenschlichkeit

Soldaten in Paris feiern das Ende des zweiten Weltkrieges. Foto: National Archives and Records Administration, gemeinfrei

Anlässlich des bevorstehenden 70. Jahrestages der Befreiung der Welt vom Nationalsozialismus erklärt Nico Brünler, Stadtvorsitzender DIE LINKE. Chemnitz:

„Europa und die Welt gedenken dem 8. Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus. An diesem Tage endete in Europa nicht nur ein fast sechsjähriger Krieg, der von Deutschland ausging und Millionen von Toten forderte. Es endete auch das 12-jährige faschistische Terrorregime in Deutschland und den besetzten Ländern, das so konsequent wie unmenschlich unzählige Menschen aus unterschiedlichsten Gründen – ob Herkunft, Weltanschauung, Religionszugehörigkeit oder wegen körperlicher Beeinträchtigungen – verfolgte, verschleppte und ermordete. Wer nicht in die Ideologie der Nazis passte, musste mit dem Schlimmsten rechnen.

Allerdings: Die Nazis gelangten durch die Mittel eines demokratischen Systems und unter hoher Zustimmung der Bevölkerung an die Macht. Nationalismus und Chauvinismus, ein Mangel an demokratischer Gesinnung in der Bevölkerung, wie auch weit verbreiteter Rassismus und Antisemitismus ermöglichten ihren Aufstieg.

Dieses Jahr jährt sich der Tag der Befreiung vom Faschismus zum 70. Mal. Und gerade in Sachsen sind wir mit einem signifikanten Anstieg von Fremdenfeindlichkeit, sozialer Ausgrenzung und Ideologien der Ungleichwertigkeit in einem fast unerträglichen Maße konfrontiert. Der unveräußerliche Gedanke von der Gleichheit und Freiheit aller Menschen droht mehr und mehr in den Hintergrund zu treten.

Umso mehr stellt sich in uns gerade heute die Aufgabe, die Werte der Menschlichkeit, der Demokratie und des Friedens gegen Angriffe zu verteidigen. Dort, wo sich Menschen über Menschen erheben, dort, wo die Werte des demokratischen Miteinanders in Frage gestellt werden, dort, wo wider die Friedlichkeit geworben wird, dort erheben wir als LINKE konsequent unseren Widerspruch.

Die Lehre des 8. Mai 1945 war, ist und bleibt, dass von Deutschland nie wieder Krieg ausgehen darf. Dazu gehört auch, dass keiner in diesem Land von Tod und Leid anderer profitieren darf. Wir treten ein für ein friedliches Deutschland umzingelt von Freunden. Für uns ist und bleibt der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung, der Tag des Sieges über die Unmenschlichkeit.“

Am Morgen findet anlässlich des 70. Jahrestages auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof am Richterweg eine Gedenkveranstaltung statt. Organisator ist die Stadt Chemnitz auf Antrag der Fraktion DIE LINKE im Chemnitzer Stadtrat.

Kategorien: Antifaschismus, Chemnitz, Pressemitteilungen

Kommentare

D. Ammer 21.05.2015, 18:31 Uhr
Gravatar: D. Ammer

Ja, der Vorsitzende des Stadtvorstandes der Partei DIE LINKE
hat in aller Kürze treffende Worte gefunden.
Dafür gebührt ihm Dank.
Die Ehrung am 8. Mai auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof, gut vorbereitet durch die Stadtverwaltung Chemnitz, kann auch als Bekenntnis zum weiteren Kampf gegen aufkeimende neofaschistische Erscheinungen, gewertet werden.
Die Kräfte reichen aber m. E. noch nicht aus, dieser Gefahr dauerhaft Einhalt zu gebieten.
Also tun wir etwas dafür. Jetzt und künftig.

J.Güther 14.05.2015, 16:30 Uhr
Gravatar: J.Güther

Ich bin sehr froh, dass der Vorsitzende des Stadtverbandes der Partei DIE LINKE so deutlich vom "Tag der Befreiung" spricht.
Wir (die älteren) müssen alles dazu tun, dass die Jugendlichen diesen Tag auch als solchen begreifen.

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