19. Juli 2017 Nico Brünler

Belebung durch Abriss?

Zu den Forderungen der Chemnitzer Oberbürgermeisterin zum Abriss des Gebäudes hinter dem Marx-Monument erklärt der Chemnitzer Stadtvorsitzende der Partei DIE LINKE:

Die Tatsache, dass sich die Oberbürgermeisterin um eine Belebung der Chemnitzer Innenstadt sorgt ist richtig und unterstützenswert. Schnellschüsse wie der von ihr in den lokalen Medien in diesen Tagen wiederholt ins Spiel gebrachte Abriss des Verwaltungs-/Bürogebäudes hinter dem Marx-Monument („Parteisäge“) kann dabei kein ernstgemeinter Beitrag sein. Da hilft auch die Aussage, dass das Monument als solches erhalten werden soll nicht weiter.

Sinnvoller als ein Abriss des Gebäudes wären Überlegungen den überdimensionierten Straßenzug zwischen Stadthalle und Marx-Kopf, sowie die Straße der Nationen zu beleben und zu begrünen. Dieser Straßenzug war bereits vor hundert Jahren, damals noch unter der Bezeichnung Königsstraße, die geschäftige und belebte Verbindung zwischen Markt und Schillerplatz. Heute herrscht hier auf einer viel zu breiten Straße zugige Leere.

Dem steht allerdings ein zurecht unter Denkmalschutz stehendes Gebäude nicht im Weg. Im Gegenteil. Nicht umsonst steht das gesamte Areal um den Stadthallenpark als städtebauliches Gesamtensemble unter Schutz, spiegelt es doch symbolisch eine in den 60er und 70er Jahren europaweit als modern geltende Auffassung von Stadtplanung wieder. Wer das leichtfertig verkennt handelt ignorant. Der Freistaat als Eigentümer des Gebäudes handelt richtig, wenn er hier sein Veto einlegt.

Kategorien: Chemnitz, Kommunalpolitik, Pressemitteilungen, Stadtvorstand

Kommentare

Stephan 21.07.2017, 09:38 Uhr
Gravatar: Stephan

Diese Meinung der Fraktion ist unterstützenswert. Das wird noch untermauert, da das Karl-Marx-Monument auch mit den am Gebäude angebrachten Schriftzug eine Einheit bildet, somit dem Gebäudeabriss zerstört würde. Interessanterweise sollte man ja auch wissen, dass dieser Schriftzug von einem in der Umgebung von Chemnitz wohnenden Künstler mit gestaltet wurde. Übrigens ist die Meinung der OB widersprüchlich, da sie den Bau eines Gebäudes am Stadthallenpark neben dem Roten Turm schon begrüßt hat und das würde die "Sichtachse" zur Oper doch auch nicht gerade verbessern, aber den Park beengen. Leider ist wohl doch der Einfluss von zugereisten Architekten, die 5 Säulen an einem Standard-Kubus-Baukörper als geniale Architekturleistung feiern größer als künstlerisch-architektonisch durchdachte Lösungen.

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