21. März 2016

Aufruf zum 27. Chemnitzer Ostermarsch

Die Gefahren für den Frieden sind heute höher als zu jeder Zeit seit dem Ende des Kalten Krieges. Dieses Mal aber gibt es einen Unterschied zu den früheren Krisen. Früher blieben die Flüchtlinge eher in der eigenen Region, wo immer noch die überwiegende Anzahl der Flüchtlinge seit Jahren mit minimaler Hilfe aus den Westmächten in Flüchtlingslagern vegetieren. Im letzten Jahr aber drängten die Flüchtlingsströme bis ins Herz Europas. Das erste Mal spürt man in den Kernländern Europas die Auswirkungen der Unruhen in anderen Weltteilen.

Über eine Million Flüchtlinge kamen im letzten Jahr nach Deutschland. Aber im
Vergleich mit zum Beispiel dem Libanon, wo jeder dritte Bewohner des Landes
Flüchtling ist, verblasst diese Zahl. Trotzdem wüten sogenannte „besorgte
Bürger“, angeheizt von Teilen der Medien und der Politik gegen Flüchtlinge,
und die Zahl der rassistischen Angriffe auf ausländisch aussehende Menschen
steigt gewaltig.

Die Lösung der EU besteht darin, die Flüchtlingsströme mit Marineeinsätzen in
der Ägäis und im Mittelmeer und mit Lagern in einem abgeschotteten
Griechenland bzw. in der Türkei einzudämmen. Weiter intervenieren die NATO-Mächte (einschließlich Deutschland) sowie Russland in Syrien. Und es wird auch überlegt, wieder in Libyen zu intervenieren, wo letztes Mal die Intervention der NATO so „fruchtbar“ und „friedensstiftend“ war.

Es gibt glücklicherweise auch Gegenzeichen. Die Aufnahme- und
Hilfsbereitschaft weiter Teile der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen sowohl
in Griechenland als auch in Deutschland und Österreich ist ein Lichtblick in diesen düsteren Zeiten. Auch die erfolgreichen Demonstrationen in vielen Teilen Deutschlands gegen die rassistischen „Spaziergänge“ der Pegidisten und die rassistischen Angriffe auf Asylunterkünfte sind auch positiv zu bewerten. Leider ist in Sachsen diese Mobilisierung nicht so erfolgreich, wenn es auch hier viele Menschen gibt, die sich für die Flüchtlinge und gegen Rassismus einsetzen. Seit Anfang an hat die Ostermarschbewegung sich gegen Krieg und auch gegen Fremdenhass eingesetzt. Und seit der Wende gibt es auch jedes Jahr in Chemnitz einen Ostermarsch. Dieses Jahr findet der 27. Chemnitzer Ostermarsch statt.

Die Betonung des diesjährigen Ostermarsches liegt auf dem gelebten Internationalismus, der sich sowohl in der Übernahme der Verantwortung für die inländischen Auswirkungen des Krieges als auch für den Einsatz gegen alle Kriege und gegen alle Waffenlieferungen einsetzt. Wir laden alle Chemnitzerinnen und Chemnitzer, egal ob einheimischer oder ausländischer Herkunft, ein, sich am 27. Chemnitzer Ostermarsch zu beteiligen.

Der diesjährige Chemnitzer Ostermarsch findet am 25. März statt. Treffpunkt ist um 10:00 Uhr am Rathaus. Die Demonstration startet dann um 10:30 Uhr und endet - mit Zwischenkundgebungen am Park der Opfer des Faschismus, der TU Chemnitz auf der Straße der Nationen sowie im Park der Jugend auf dem Schloßberg - wieder am Rathaus.

Kategorien: Chemnitz, Bundespolitik, Europa

Kommentare

Peter Grandt 13.04.2016, 20:12 Uhr
Gravatar: Peter Grandt

Niemals Krieg - Die LINKE. So steht es neben dem Beitrag. Sie scheint lange nicht an der frischen Luft gewesen zu sein. Die Gefahren für den Frieden seien heute höher, so wird der Beitrag eingeleitet. Wir dachten, die halbe Welt steht in Flammen. Einer habe angeblich Giftgas eingesetzt, einer bedrohe die Welt mit Atombomben, einer fuchtle unzulässig mit dem Regenschirm in der Luft herum. Da bomben die Kriegsverbrecher munter drauf los und die LINKEN beklagen, die Nato "interveniere". Intervenieren übersetzt der Duden: in ein Geschehen eingreifen. Niedlicher kann man es wirklich nicht sagen. Deutschland interveniert nicht in Syrien, die Geheimdienste bündeln seit Jahren die Asozialen und führen sie gegen die gewählte Regierung in den Krieg.
Die Losung: Kriegsverbrecher in sibirische Umerziehungslager, Entlassungs-Urkunden für schweigende Ankläger und Milliardäre enteignen, die fehlen auf der Osterdemonstration.
Die Opfer sind mit dem "gelebten Internationalismus" der Linken sicher gut bedient. Die LINKE übernimmt Verantwortung für die "Auswirkungen der Kriege". Das meint, man spendet das abgetragene Hemd an die Flüchtlingshilfe. Man übernehme sich bloß nicht.

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