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Fliegende Edelsteine im Botanischen Garten

Fotos: Weber
Fotos: Weber

„Glück ist ein Schmetterling. Jag ihm nach und er entwischt dir, setz dich hin und er lässt sich auf deiner Hand nieder.“ So ist es Elli passiert, der Schwester von Rosi, als sie die Schmetterlingsausstellung im Botanischen Garten von Chemnitz besuchte. Ein Schmetterling setzte sich auf ihre Hand. Dort blieb er eine ganze Weile, ehe er sich auf der Suche nach neuen Abenteuern in die Lüfte emporschwang zu seinen geflügelten Gefährten. Es erinnert an einen Märchenfilm, der mitten im Tropenhaus vom Botanischen Garten spielt. „Fliegende Edelsteine“, wohin das Auge blickt. Und wer - wie Elli - ein wenig Geduld mitbringt, erlebt die Schmetterlinge hautnah bei ihren unbeschwerten Tänzen, Flügen und Landungen. Oft lassen sie sich auf exotischen Pflanzen nieder, um den süßen Nektar der Blüten zu trinken. Dabei können Besucher die ganze Farbenpracht der Schmetterlinge bewundern, deren Flügel von geheimnisvollen Malern aus der Elfenwelt verziert wurden. 

Das Leben des Schmetterlings ist ein kleines Wunder der Natur. Es beginnt mit einem winzigen Ei, das die Schmetterlingsmutti auf ein Blatt legt. Nach ein paar Tagen schlüpft aus dem Ei eine Raupe. Diese frisst sich an dem saftigen Blatt dick und fett. Sie frisst so lange, bis überhaupt nichts mehr in den Raupenkörper hineinpasst. Nun wird die Raupe sehr müde. Damit sie nicht vom Blatt fällt, spinnt sie sich mit einem Faden an der Pflanze fest. Nach und nach umwickelt sich die Raupe selbst mit dem Faden. Danach umgibt sie ein dicker, warmer Kokon. Die Raupe schläft nun, bis die Zeit reif für ein Wunder ist. Dafür muss sich die 

Raupe mit all ihren Kräften aus dem Kokon kämpfen. Hat sie das geschafft, sind der Raupe bereits wunderschöne Flügel gewachsen, mit denen sie sich in den blauen Sommerhimmel empor schwingt. 

Die Vielfalt der Farben, Formen und Muster von Schmetterlingsflügeln ist beeindruckend. Und das hat einen guten Grund. Schmetterlinge haben nämlich viele Feinde. Diese haben Schmetterlinge zum Fressen gern. Dazu gehören Spinnen und Fledermäuse. Doch durch ihre natürlichen Farben sehen die Schmetterlinge aus wie Blumen, Baumrinde oder Gras. Manchmal blicken furchterregende Augen von einem Blatt, so dass die Feinde der Schmetterlinge denken, ein riesiges Tier schaut aus dem Gesträuch. Diese Augen sind zwei große Punkte auf den Schmetterlingsflügeln. Scheintrachten heißen diese kreativen Kostüme der Natur. Trachten schützen Schmetterlinge vor ihren Feinden. 

Doch am besten, ihr besucht genau wie Elli den Botanischen Garten von Chemnitz, um die Schmetterlinge mit eigenen Augen zu erleben.  Die Ausstellung „Fliegende Edelsteine - Exotische Schmetterlinge im Freiflug“ könnt ihr noch bis zum 29. Juli im Tropenhaus erleben. Das ist gar nicht so selbstverständlich, denn der Botanische Garten stand im Jahre 2010 auf der Schließungsliste, die wegen des knappen Chemnitzer Haushaltes zusammengetragen wurde. Dank dem Engagement der Mitarbeiter und vieler Chemnitzer konnte diese wichtige, wertvolle und interessante Einrichtung, die Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen die Wunder der Natur näherbringt, erhalten bleiben. Die Ausstellung hat montags von 13 bis 18 und Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Führung durch die Tropen bucht ihr unter der Nummer: 0371/3364850. 

Viel Spaß mit den Schmetterlingen wünscht euch 

eure Yvonne

P.S.: Und wer weiß, vielleicht lässt sich auch auf eurer Hand ein Schmetterling nieder, wenn ihr geduldig ausharrt?