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31.01.2012 08:14 Alter: 109 Tag(e)
Kategorie: DIE LINKE in Chemnitz
Von: Torsten Steidten, Thomas Michaelis

Stellungnahme zum Insolvenzantrag der Einzelhandelskette Schlecker


Am 23.Januar 2012 hat die Drogeriekette Schlecker Insolvenz angemeldet. Betroffen sind davon ca.30000 Beschäftigte. Ihnen droht Arbeitslosigkeit, für viele ist dies mit Hartz IV verbunden.
Jahrelang hat Schlecker versucht durch Lohndumping, wie den Versuch, eigene Beschäftigte über Zeitarbeit im Unternehmen weiter zu beschäftigten, sich Vorteile im ruinösen Wettbewerb zu verschaffen.
Für die Beschäftigten wäre es fatal, wenn sie die Zeche für eine gescheiterte Unternehmenspolitik tragen müssen.
Hintergrund für die Insolvenz ist auch eine zunehmende Senkung des Umsatzes im Einzelhandel, als Folge sinkender Löhne und Einkommen. Immer mehr Menschen müssen ihre Ausgaben für Waren des täglichen Bedarfs einschränken. Infolge dessen hat sich in der Branche ein ruinöser Wettbewerb entwickelt.
Überzogene Bereitstellung von Gewerbeflächen sowie die Novellierung der Ladenöffnungszeiten und des Rabattgesetzes zeigen ebenfalls ihre Wirkung.
Daher fordern wir, im Rahmen des Insolvenzverfahrens, alle Möglichkeiten zu nutzen, bei einer Umstrukturierung des Unternehmens, viele Arbeitsplätze zu erhalten.
Einer der reichsten Männer in Deutschland muss hier auch mit seinem Privatvermögen haften sowie es in die Sanierung des Unternehmens einbringen.
Schließlich ist dieses Vermögen auch durch das Wirken der Beschäftigten und eine Lohn-und Beschäftigungspolitik, welche auch auf Lohndumping und prekäre Beschäftigung beruht, zustande gekommen.
Als gewerkschaftlich aktive Mitglieder in der Partei DIE LINKE fordern wir, dass im Rahmen des Insolvenzverfahrens die Mitbestimmung der Gewerkschaften, im Interesse der Beschäftigten, gewährleistet wird. Die Beschäftigten müssen mitbestimmen, wie es mit dem Unternehmen weitergeht.
Die Insolvenz der Drogeriekette verdeutlicht, dass die Politik gefordert ist, dem ungezügelten Wettbewerb im Einzelhandel entgegen zu wirken. Dies betrifft im Besonderen die Auseinandersetzung mit prekärer Beschäftigung, Leiharbeit und Lohndumping.
Zum Nachdenken sollte anregen, dass nach dem Unternehmen MANROLAND ein weiteres Großunternehmen Insolvenz anmelden musste. Das Klima wird rauer. Die Krise scheint langsam in Deutschland anzukommen.



Thomas Michaelis            Torsten Steidten
Sprecher                Sprecher